Who´s who in der Parkstadt Schwabing

Die Straßen der Parkstadt Schwabing tragen die Namen von Bauhauskünstlern. Die Kunstschule stand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts für eine Vereinigung aller Künste, des Designs und der Architektur. Diese spielte dabei eine zentrale, vereinigende Rolle.

Der Genius Loci hat unter anderem den Verein Bauhaus Luftfahrt (http://www.bauhaus-luftfahrt.net) dazu veranlasst, von Garching nach München umzusiedeln: Hier werden die Ingenieurskünste rund um die Luftfahrt zu einem Kompetenzzentrum gebündelt.

Das Bauhaus in Dessau gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Professoren des Bauhauses trugen den Titel „Formmeister“, als Rückbesinnung auf einen künstlerisch-handwerklichen Ethos des Mittelalters. Der Unterschied zwischen Künstlern und Handwerkern sollte aufgehoben sein, eine handwerkliche Ausbildung war zentraler Bestandteil der Ausbildung. Werkmeister unterstützten sie in der praktischen Lehre.

Gegründet von Walter Gropius 1919 in Weimar, musste die das Bauhaus 1926 nach Dessau umziehen. Die Dominanz von Ultrakonservativen in Thüringen hatte die Schließung erzwungen. Unter anderem der Vater der Ju-52, Hugo Junkers, ermöglichte den Umzug nach Dessau. 1932 erzwang hier ein Sieg der NSDAP die Schließung. Gropius versuchte noch das Bauhaus als Privatinstitut am Leben zu erhalten, 1933 wurde das Bauhaus endgültig aufgelöst.

Viele Anregungen sind von deutschen Emigranten in die USA exportiert worden, die Hochschule für Gestaltung in Ulm knüpfte nach dem Zweiten Weltkrieg an die Bauhaus-Tradition an.

Etlichen Bauhaus-Meistern sind heute Straßen gewidmet. Die Künstler und Architekten haben teilweise maßgeblich Kunst und Architektur beeinflusst. Design und Architektur aus Deutschland wurden lange mit dem Namen Bauhaus verknüpft. Mit Straßennamen sind folgende Künstler und Architekten geehrt worden:

  • Alfred Arndt (1896-1976) studierte am Bauhaus in Weimar. Der Architekt leitete in Dessau den Bereich Wandmalerei, Metall- und Möbelwerkstatt
    http://www.bauhaus.de/bauhaus1919/biographien/alfred_arndt.html

  • Marianne Brandt (1893-1983), Bildhauerin und Malerin, war die kommissarische Leiterin der Metallwerkstatt in Dessau. Von ihr stammen weiterverbreitete Designlösungen für Alltagsgegenstände.
    http://www.mariannebrandt-gesellschaft.de/

  • Marcel Breuer (1902-1981) ist der Erfinder des Freischwingers bekannt, des klassischen Bürostuhls
    http://www.marcelbreuer.org

  • Lyonel Feininger (1871-1956) war Leiter der graphischen Werkstatt des Bauhauses in Weimar. Er arbeitete zuerst als Karikaturist und kam erst mit 36 Jahren zur Malerei. 1937 konnte er in die USA emigrieren. Sein Werk galt in der NS-Zeit als „entartet“. In München gab es die letzte Ausstellung 1999 im Haus der Kunst.
    http://feininger-galerie.de/

  • Walter Gropius (1883-1969), Gründer des Bauhaus und einer der Wegbereiter der modernen Architektur. Von ihm stammt unter anderem das Gebäude des Bauhauses Dessau. Von ihm stammen aber auch die ersten Satellitenstädte. 1928 übergab er die Leitung des Bauhauses an Hannes Meyer. 1934 emigrierte er in die USA.
    http://www.walter-gropius.de/

  • Hannes Meyer (1889-1954). Der Schweizer Architekt war der Nachfolger von Walter Gropius als Bauhaus-Leiter. Politischer Druck ließ ihn aber von seinem Amt zurücktreten. Unter ihm entwickelte das Bauhaus eine politische Ausrichtung, die das Schaffen auf den Bedarf der breiten Volksmassen ausrichtete.
    http://deu.archinform.net/arch/263.htm

  • Georg Muche (1895-1987), war am Bauhaus Meister für Holzschnitzerei, später wurde er Leiter der Webereiklasse.
    http://www.marless.de/kuenst/bawhus_10.htm

  • Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969), einer der prägenden Architekten der klassischen Moderne, war der letzte Leiter des Bauhaus. Die Neue Nationalgalerie in Berlin stammt von ihm.
    http://deu.archinform.net/arch/15.htm

  • Oskar Schlemmer (1888-1943), Maler, Bildhauer und Bühnenbildner, leitete am Bauhaus die Abteilung Bühnenbild. Bekannt geworden ist er durch Bilder, die die Beziehungen von Personen im Raum zeigen, er verzichtete auf Porträtdarstellung. Die Deutsche Bundespost widmete ihm eine Briefmarke, die das Treppenhaus in Dessau zeigte. Bekannt geworden ist er auch mit dem Triadischen Ballett, in dem er Kostüm, Bewegung und Musik kombiniert zu getanzter Bildhauerei oder lebenden Bildern. Die Staatsgalerie Stuttgart sowie ein spanisches Museum in Madrid zeigen Originalkostüme. Eine Adaption des Triadischen Balletts aus den 70er Jahren wird auf YouTube fälschlicherweise auf 1927 datiert. Die Pinakothek der Moderne in München zeigt „Tänzerin“ (1922-23).
    http://www.schlemmer.org/

  • Gunta Stölzl (1897-1983) leitete nach ihrem Studium am Bauhaus als Werkmeisterin in Dessau die Webereiwerkstatt. Sie gab diese Position 1931 auf und übersiedelte in die Schweiz. Sie führte in ihrer Werkstatt in Dessau das Thema Industriedesign ein, ihre Entwürfe verbanden Funktionalität und ästhetischen Anspruch. Die Neue Sammlung München zeigt von ihre gestaltete Teppiche.
    http://www.guntastolzl.org/

  • Wilhelm Wagenfeld (1900-1990), von der Ausbildung her Silberschmied, gilt als der Pionier des Produktdesigns. Von ihm stammt die als „Bauhaus-Lampe“ bekannte WG24. Sein Nachlass in Bremen wird von der Wilhelm Wagenfeld-Stiftung betreut.
    http://www.wilhelm-wagenfeld-stiftung.de/

  • Anni Albers (geborene Fleischmann, 1899-1994) hatte am Bauhaus in Weimar unter anderem bei Georg Muche studiert und konzentrierte sich auf die Weberei. Nach Ihrer Abschlussarbeit 1929/30 wurde sie 1931 kurzfristig die Nachfolgerin von Gunta Stölzl. Bekannt geworden ist sie durch Gobelins, Teppiche sowie als Grafikerin. Nach der Schließung des Bauhauses erhielten sie und ihr Mann Josef einen Lehrauftrag in den USA in North Carolina.
    http://www.albersfoundation.org/
    http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anni-albers/

  • Lilly Reich (1885-1947) leitete die Designerin 1932 die Innenarchitektur-Werkstatt des Bauhauses. Sie hatte zuvor in den Wiener Werkstätten gearbeitet, die Kunst und Kunstgewerbe zusammenführen wollten. Als erste Frau wurde sie in den Vorstand des Deutschen Werkbundes aufgenommen, der einem Verfall des Kunstgewerbes entgegenwirken wollte und wesentlich an der Verbreitung der These "Form folgt der Funktion" mitgewirkt hat. Lilly Reich leitete aufgrund des Erfolges ihrer Arbeiten den deutschen Auftritt auf der Weltausstellung 1929 in Barcelona. Von ihr und Mies van der Rohe stammt ein Klassiker der Bürokultur, der sogenannte Barcelona-Stuhl (http://www.barcelonachair.com/home). Das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne hat Werke von ihr 2005 im Rahmen einer Ausstellung über die weibliche Avantgarde der der 20er Jahre gezeigt.
    http://www.lilly-reich.de/

International bekannt geworden ist das Bauhaus vor allem durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit in Form der Zeitschrift Bauhaus: 14 Bücher, veröffentlicht zwischen 1926 und 1931, verbreiteten Ideen und Wirken der Bauhaus-Künstler und Architekten. Im Februar 2011 wird nach einer langen Pause die erste Ausgabe einer Neuedition der Bauhaus-Zeitschrift herausgegeben.
http://www.bauhaus-dessau.de/index.php?de

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